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Frauen und die Alpsaison

Die Alpsaison ist seit 2023 eine von sieben Schweizer Traditionen, die auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes stehen. Die Sonderausstellung «Frauen und die Alpsaison» widmet sich der oft wenig sichtbaren Rolle der Frauen in der Alp- und Landwirtschaft. Seit jeher waren es vor allem Frauen mit jüngeren Kindern, die während der Sommermonate das Vieh auf den höher gelegenen Alpen betreuten sowie die Milch- und Käseproduktion übernahmen. Ihre Ehemänner bewirtschafteten währenddessen die tiefer gelegenen Güter, ernteten Heu, sorgten für die Bewässerung der Felder oder arbeiteten auswärts in Fabriken. Hinter jedem «Arbeiterbauern» stand eine starke Frau, die meist die Hauptverantwortung für den landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb trug und lange Zeit von einem aktiven Mitspracherecht in Burgerschaften, Alpgenossenschaften und anderen bäuerlichen Organisationen ausgeschlossen blieb.

Einblick in den Eröffnungsevent: Rund 150 Personen fanden den Weg ins WNF zur Vernissage. Die Historikerin Elisabeth Joris beleuchtete in ihrem Referat eindrücklich den Wandel der Wahrnehmung und Darstellung von Frauen im Wallis in den vergangenen fünfzig Jahren. Den Abschluss der Vernissage bildete ein Gespräch mit zwei Generationen von Bergbäuerinnen: Pia und Livia Eggel, Mutter und Tochter.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem World Nature Forum Naters (WNF) und ist Teil des Projekts «Living Commons – Geschichten vom Berg». Das Projekt befasst sich mit den Geschichten, Traditionen und Praktiken rund um die Nutzung von Gemeingütern in der Region Naters und macht das lebendige Kulturerbe sowohl vor Ort als auch online in einem digitalen Museum, ab September 2026, zugänglich.

Besondere Aktualität erhält die Ausstellung durch die Ausrufung des Jahres 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen durch die Vereinten Nationen. Geschichten und Erinnerungen, Archivfotografien aus Privatsammlungen sowie ausgewählte Objekte machen die vielfältige Alpkultur der Region während der Sommermonate im Museum erlebbar.

«Der Tagesablauf war vorgegeben. Am Morgen melken, Stallarbeit und Frühstück für die Kinder, dann der Haushalt. Danach alle Arbeiten ums Haus, im Garten und wässern. Jemand musste das machen, und mein Mann war in der Fabrik – der konnte ja nicht an zwei Orten sein.»

Olga Jeitziner Mund, geb.1937

Screenshot

Medien

Canal 9, Beitrag vom 3. Juni 2026: Das Projekt «Living Commons – Geschichten vom Berg» rückt im World Nature Forum in Naters die Rolle der Frauen in der Oberwalliser Alpwirtschaft ins Zentrum.


Beitrag im Walliser Bote vom 27. Juni 2026


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In Zusammenarbeit mit dem World Nature Forum (WNF) Naters
und UNESCO World Heritage Swiss Alps Jungfrau-Aletsch